>> Kennen Sie schon die Vorgeschichte ? <<
Helene kam
aus Rebgeshain,
dem Nachbarort
von Ulrichstein.
Dort lebte einst
ein großes Schwein,
Helene hoffte
sie wär‘ sein.
Doch ging es fort –
an einen
unbekannten Ort.
Ohne ein Wort,
war er gegangen – der Schuft!
Ganz einfach
verschwunden,
Wie eine
Wolke in Luft,
blieb ihr
nur noch
(sein) flüchtiger Duft.
Jetzt war sie in Not,
suchte nach Hilfe,
die man ihr bot.
Doch nicht mal
die Pflaume
konnte ihr helfen,
ihren Liebsten
zu finden.
Ihre Hoffnung
am Schwinden
legte sie sich
in ihr Bett
und schlief ein.
Je mehr sie schlief,
Wurde sie depressiv.
(Sie war)
ständig am Grübeln
musste er fliehen,
lebte er noch?
War er vielleicht
wegen ihr gegangen,
und am Ende
von Räubern gefangen?
Voll Trauer
und Sehnsucht
war jeder Tag.
Wochen vergingen.
Schnieffetzen
in rauen Mengen
und noch viel mehr
am Spinnennetz hingen.
Bis eines Tages
die Postkarte kam:
„Mir geht’s gut,
wie geht es dir?
Ich wünschte,
du wärst hier,
bei mir.
Es grüßt dich..“
und ein Herzelein,
Ganz klar –
Die Karte kam
vom Ulischwein.
Sie liebte
ihren Uli sehr,
nun lebte er,
weit weg
am Meer.
Sie kannte
seine Leidenschaft,
hatte sich mal
eine Probe verschafft
Und heimlich
ein kleines Plätzchen
gekifft.
Jetzt musste
sie fort
sie brauchte
ein Schiff.
In einer
Nacht- und Nebelaktion
machte sie sich
auf und davon.
Stopfte die Taschen
voll mit Karotten,
lief bis
zur Nidda,
nahm all
ihren Mut,
stürzte sich
in gemäßigte Flut.
Einen Stamm
der neben ihr schwamm,
umklammerte sie
mit all ihrer Kraft
und lies nicht mehr los.
Es hielt sie am Leben,
das rettende Floß.
Sie bat Antonius
sie zu erhören,
ernährte sich
von Wasser und Möhren,
lies Tag und Nacht
die Strömung entscheiden.
Trieb so
viele Tage umher
und eines morgens
sah sie
das Meer.
Die Großmutter
hatte ihr immer erzählt:
„Mit einem hübschen Kleid
kommt ein schönes Mädchen sehr weit.“
So hatte sie
ihren Mann ausgewählt.
Im Kaufhaus ‚Hérmes‘,
das der Schönen
und Reichen,
nahm sie
ein beiges
direkt von
der Stange
– mit schwarzen Punkten –
es war ihr
leicht bange
ohne zu zahlen
den Ort
zu verlassen.
Doch Hermes war
der Diebin hold!
Unbemerkt
von Gendarm
und Verkäufer
hat sie sich
aus der Türe
getrollt.
Die Hafenkneipe
‚Zur wilden Lotte‘
betrat sie
stolz mit
neuer Klamotte
ging schnurstraks
zum Tresen
und fragte
nach einer Passage
den Besen:
„Ach bitte,
wie kommt man
auch ohne Geld
hinüber in die
neue Welt?“
Die Wirtin
hatte selbst mal den Traum
(in ihrer Jugend)
zeigte auf eine
Ecke im Raum
in der
ein düsterer
Seemann saß
Whisky trank und
Heringe aß.
„Ich brauche
ein Schiff
nach Amerika
denn der Uli
wohnt jetzt da.
Habe kein Geld
doch kann
recht gut tanzen“,
sprach sie
zu Kapitän
Kniesegut Hansen.
Der Kapitän,
ein rauer Geselle,
mit losem Mundwerk
gab seine Antwort
ihr auf der Stelle:
„Hast ja
janz kurze Beene,
die will
keener kieken
Kannst nich
wat andres
vielleicht wat
mit quieken?“
Noch ehe
der Unwirsch
in Lachen ausbrach
füllten Sterne
sein Haupt,
Helene sprach:
„Für jede
weitere Dreistigkeit
trete ich dir
deine Murmeln breit.
Ich bin
ab sofort
die Cousine Sabine
und wohne
statt dir
in deiner Kabine.“
An Bord
bei der Mannschaft
war sie ruckzuck beliebt,
bald jeder Mann mochte
ihr frohes Gemüt.
So gingen
die Wochen
auf See
schnell vorbei.
Bei warmen Wetter
mit blauem Himmel
betrat sie
erhobenen Hauptes
den Kai.
Sehr schnell
ging nun alles
kaum war sie
von Bord,
sprach man zu ihr
mit spanischem
Wort.
„Señorita!
¿habla usted español?“
„Nix comprende,
ich such‘ den Uli so doll.“
„Cerdo Uli?
El patrón de la mota.
Es su amor,
no es su sota“.
– „Si, Si.“ –
Sie zeigte die Karte
vom Strand ‚Mallorquin‘
bei ‚Baranquilla‘
„Da muss ich hin“.
Vamos Helene
tu dulce baya
finde den Uli
en la gran playa.
Ein Taxi
brachte sie schließlich
zum Strand
wo sie ihn
tatsächlich
fand.
Jetzt sieht man die beiden
im Sand hier liegen
da sind sie nun
vereint, zu zweit.
Folgt das Herz der wahren Liebe,
ist kein Weg dafür zu weit.
.
Und die Moral von der Geschichte:
für die wahre Liebe ist kein Hindernis zu groß, man folgt seinem Herzen …
Mit einem Lächeln danke ich dir Jörg, deine Worte zeigen , wie man sich auch in scheinbar aussichtslosen Situationen im Vertrauen dem Leben hingeben kann…
Helene hat ihn gefunden, das Ulischwein. Wie herrlich, so kurzweilig und leicht, voller Phantasie, Raffinesse und einem unglaublichen Humor hat der Jörg da mal eben eine Fortsetzung gebastelt. Wundervoll, ich Danke Dir!
Eine schöne Geschichte als Gedicht, leicht und mit Witz & Charm!